Dr. Christa Kastinger-Mayr
Ärztin für Allgemeinmedizin und Homöopathie
 

Eine Frühlingspflanze

Auf welche Pflanze und homöopathische Arznei trifft die folgende Beschreibung zu?

Wenn der Schnee geschmolzen ist, wiegt sie ihre hellvioletten, glockenförmigen Blüten im Frühlingswind. Im Englischen wird die Bezeichunge „Wind Flower“ dem gerecht. „Easter Flower“ bezieht sich auf ihre Blütezeit rund um Ostern. Man findet die Pflanze, in kleinen Gruppen stehend, an den sonnigen Hängen des Wienerwaldes und auf der Perchtoldsdorfer Heide.

Doch allzu viel Sonne verträgt die empfindsame Blume nicht. Da lässt sie gleich den Kopf hängen. Der Hitze ausgesetzt, treten viele Beschwerden auf. Frische Luft hingegen wird als angenehm empfunden! Somit sind wir schon bei der Beschreibung des Arzneimittelbildes.

Wechselhaftigkeit und Veränderlichkeit kennzeichnen dieses Hahnenfußgewächs. Die Schmerzen wandern von einer Stelle zur anderen. Lachen wechselt mit Weinen. Kinder können launisch und quengelig sein. Kurze Ablenkung genügt und sie lachen schon wieder. Auch noch so traurige Stimmungen lassen sich durch Trost und Zuwendung bessern. Und Weinen wird erleichternd empfunden. Die Augen sind häufig in Mitleidenschaft gezogen. Sie können sich schon bei Babys entzünden. Während der Heuschnupfenzeit kann Tränenfluss und Juckreiz störend sein. Alle Absonderungen sind milde, rahmig und gelblichgrün. Der Schnupfen breitet sich manchmal in die Nasennebenhöhlen aus. Oder die Verkühlung erstreckt sich in die Bronchien, wo sie einen lästigen, trockenen Husten im Liegen verursacht. Morgens lösen sich die Absonderungen. Gegen Abend nehmen die Beschwerden wieder zu. Da versteht man ein launisches Verhalten! Der Durst fehlt, so dass sich die Absonderungen schwer lösen können.

Und demnächst sollte die Monatsblutung eintreffen, mit einer Verspätung ist auch diesmal zu rechnen ... Es ist doch wirklich alles ein Jammer!

Und dann auch noch die Blasenreizung und die Prostataentzündung beim Ehemann. Er hatte sich doch erst von der Darmgrippe erholt, die er vom Fettessen beim Heurigen bekam und weil er auf die Eiscreme nicht verzichten wollte. Er reagiert empfindlich und leicht beleidigt, wenn Probleme auftreten.

Der Kreislauf ist labil und morgendlicher Schwindel quält ihn. Begleitet von einer Schwäche mit dem Gefühl, ohnmächtig zu werden. Ganz zu schweigen von den Krampfadern, die beide Herrschaften beim wärmeren Wetter quälen. Und wie werden all diese Beschwerden erst in den Wechseljahren werden?

Vor kurzem hat die freundliche Nachbarin gemeint, die beiden sollten doch eine HomöopathIn konsultieren. Dem steht die sprichwörtliche Unentschlossenheit im Wege. Wenn doch jemand die Entscheidung abnehmen könnte. Da sie eher schüchtern sind, fühlen sie sich auch gleich einmal aufgeregt vor Terminen und überfordert in neuen Situationen.

Die gute Nachbarin greift zu einem Trick. Sie hat gerade Brot gebacken und lädt die beiden zu ihrer Lieblingsjause ein: ein Butterbrot mit fingerdick Butter. Den Homöopathietermin hat sie kurzerhand ausgemacht.


Lösung:
Pulsatilla, die Kuhschelle, die Küchenschelle ist die beschriebene Pflanze und das Arzneimittelbild

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